Auchentaller und Olbrich

Die beiden «Josef-Marias», also Auchentaller und Olbrich, sind kein wirklich passendes Paar - und doch gehören sie zusammen. Der Eine folgte auf den Anderen, der Eine ging nach Italien und beendete dadurch seine Karriere, der Andere ging nach Deutschland und startete durch. Beide waren dem «Gesamtkunstwerk» verschrieben und beide wurden schnell nach ihrem Abgang in Wien vergessen. Beide kehrten in ihre Heimatstadt zurück - ins Leopold Museum - Auchentaller 2009, Olbrich 2010.
GESAMTKUNSTWERK PUR
Die beiden Josef-Marias

Kurz stockte Peter Weinhäupl bei seiner Ansprache am 17. Juni abends im Leopold Museum, “Josef-Maria...” diesmal nicht den Olbrich, sondern den Auchentaller meinte er. Die heute unüblichen Vornamen sind verwirrend, doch ist es ein interessanter “Zufall”, dass die beiden mit ihren großen Ausstellungen im Leopold Museum direkt aufeinander folgen.

Olbrich war Architekt und Designer und Auchentaller war Maler und Designer. 1899 folgte Auchentaller Olbrich im Organisationskomitee der Secession, im Juni 2010 folgte Olbrich Auchentaller mit einer Ausstellung Leopold Museum. Näheres in
“Entdeckungen-Discoveries”.

Olbrich ist ein «must» auf jeder Auchentaller Website, er gehört in das Umfeld wie soviele andere die wir hier langsam beschreiben werden. Olbrich und Auchentller trafen sich auch oft im Hause Carl Molls und die Stiftochter Molls, Alma Schindler-spätere Mahler-Werfel, hatte sich Kopf über Fuß in Olbrich verliebt. Einseitig zwar, aber immerhin, attraktiv genug war er ja auch und für erfolgreiche Männer hatte Alma immer ein gutes Gespür.

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen dann gar nicht soviele Menschen, bei Otto Mühl waren es mehr gewesen - und bei Auchentaller im letzten Jahre auch. Olbrich ist schwierig darzustellen, viele Zeichnungen und die tollen Gebäude aus Darmstadt kann man ja nicht nach Wien mitnehmen. Also, im Ganzen eine Ausstellung, die man sich erarbeiten muß. Und das ist gut so. Ähnlich wie Auchentaller, schaffte Olbrich sein Lebenswerk in einer ganz kurzen Zeit, ging wie Auchentaller auch ins Ausland (nach Deutschland) und verstarb sehr früh. Wer aus Wien weg ist wird vergessen, damals wie heute, daher tut es gut sich mit ihm im Detail auseinander zu setzten. Ein Geheimtipp für an Nachhaltigkeit interessierte, denn die Flüchtigkeit bleibt bei Olbrich außen vor. Gesamkunstwerk pur!


Olbrich-Eröffnungsfeier im Leopold Museum
Foto: APA-Leopold Museum, © Ludwig Schedl 2010