Leopold Museum Musikzimmer

Viel hat sich getan seit 2016, das Musikzimmer von Auchentaller wurden das erste Mal zur Gänze und in einem eigenen Raum (Zimmer) in Budapest im Müksarnock Kunsthaus, einem der bedeutendsten Museen ín der ungarischen Hauptstadt und ganz zentral am Heldenplatz gelegen, gezeigt und in einem wunderbaren Katalog dokumentiert. Das war sicherlich der Beginn der Auferstehung des Musikzimmers von J.M. Auchentaller in seiner ursprünglichen Form. Bei einem wissenschaftlichen Vortrag im Rahmen der Ausstellung gelang es dann Andreas Maleta die ursprünglichen Pläne der Villa Scheid einzusehen und das Musikzimmer genau beschreiben zu können, wie es Architekt Josef Hackhofes und dann der Jugendstilkünstler J.M. Auchentaller verwirklicht hatten.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Andreas Maleta und die Kunsthistorikerin und Kuratorin der Budapester Ausstellung, Prof, Ilona Sarmany-Parsons veröffentlichten eine detaillierte Dokumentation über das Musikzimmer in der Villa Scheid von 1899. Andreas Maleta beschreibt darin der Abfolge der verschiedenen "Räume", in denen das Musikzimmer ab seiner Entstehung 1899 hing bzw. verwendet wurde und Prof. Sarmany-Parsons erklärt die kunsthistorische Stellung und Einordnung von Auchentaller Gesamtkunstwerk, besonders unter Berücksichtigung seines Münchner Aufenthaltes von 1893 bis 1896.

Auchentaller schuf ein Musikzimmer mit allen Raumelementen und Einrichtungsgegenständen, ein Gesamtkunstwerk also, welches in seiner Konzeption als einzigartig im deutschen Sprachraum gelten kann. Fünf Gemälde folgen den fünf Sätzen von Beethovens VI. Symphonie, der Pastorale und sind aufeinanderfolgend im Raum in einer Vertäfelung eingebracht. Dabei gestaltet Auchentaller den vierten Satz der Sinfonie, "Gewitter und Sturm" als Diptychon in einer Ecke des Raumes in einem (sehr unüblichen aber höchst interessanten) 90 Grad Winkel "um die Ecke hängt, einem 3D-Bild vergleichbar.

2019 wurde das komplette Musikzimmer nach Bonn transportiert, um bei der einzigen großen Deutschen Beethoven-Ausstellung in der dortigen Kunsthalle teilzunehmen. Kleider wurde die Ausstellung dann von der Corona-Pandemie überschattet und musste bereits nach zwei Monaten für immer schließen.

Etwas besser ging es bislang dem Leopold Museum, dass anfänglich seine Beethoven-Ausstellung mit dem Musikzimmer von Juni 2020 auf den Herbst verschob und dann Anfang Dezember die Ausstellung ohne übliche Vernissage eröffnete und kurz nach Weihnachten wieder schließen musste.

Im Leopold Museum ist aber eine kleine Sensation passiert, es wurde nämlich das Musikzimmer "originalgetreu", also in der Dimension des originalen Zimmers von 1899 nachgebaut und die Vertäfelung wie auch diverse Einrichtungsgegenstände durch eine Tromp-L´ Oeil Malerei dargestellt. Durch diese Präsentation ist es das erste Mal gelungen die unglaublich strake Wirkung der Bilder in einem doch eher kleinen Raum zu verwirklichen und dem Besucher einen echten Eindruck dieses Zimmers auch noch 2021 zu geben. Zu Recht wurde das Musikzimmer in den Medien als Highlight Dargestellt und sehr positiv beschrieben. Wir könne nur hoffen, dass die Wiedereröffnung zu weiteren Besucherströmen führen wird und Corona in diesem Falle nicht gewonnen hätte.

Für den Augenblick des Schreibens (20.1.2021) können wir nur hoffen, dass alle Verantwortlichen und Entscheidungsträger zur gleichen Einsicht kommen werden, dass man das Musikzimmer in der momentanen Form nicht einfach wieder zerstören (also wegwerfen) sollte, sonder in einer anderen Form auf einem neuen Platz weiter der Inspiration und einer interessierten und faszinierten Öffentlichkeit weiterhin präsentieren sollte.

Das ist unsere Hoffnung für 2021 und auch die Folgejahre.