Georg Adam Scheid

Die Schmuckausstellung 2011 und Georg Adam Scheid

Ab 25. Februar 2011 zeigt das Leopold Museum eine Jugedstil-Schmuck Ausstellung mit ausgewählten Schaustücken aus der Sammlung des Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Diese Sammlung beinhaltet einen großen Querschnitt der hauptsächlich französischen und Deutschen Schmuckproduktion knapp vor der Jahrhundertwende um 1900, hauptsächlich geprägt durch das einzigartige Schaffen des bedeutenden Pariser Juweliere, Goldschmied und Emailleur Rene Lalique (1860-1945). Eine ganze Generation von Design und Stilschaffenden folgten seinem Vorbild und die feinen, oft sehr gekünstelt wirkenden Schmuckstücke eroberten den Geschmack der Damenwelt um 1890.

Um auch den österreichischen Beitrag zu dieser Entwicklung darzustellen, bemühte sich das Museum einige der hervorragenden Schmuckschaffenden der damaligen Zeit ebenfalls in die Schaustellung zu inkludieren. Der ab 1895 auch in Wien einsetzende Jugendstil wurde aber in der Kaiserstadt anders interpretiert und entwickelte sich zu einer fast eigenständigen, ja neuen und eher modern wirkenden Gestaltung, mehr geometrischen Formen verbunden.

Es ist wohl sehr bezeichnend, dass in der Sammlung des Hessischen Landesmuseum aus der damaligen Zeit als einziger Vertreter aus Wien Josef Maria Auchentaller mit mehreren Schmuckstücken vertreten ist. Die in Wien beheimateten Juweliere wie Fischmeister und Köchert zeigen zwar hervorragende und meisterhafte Stücke, alle aber eher noch den Sujet La Lique verbunden. Nur Auchentaller und auch die Entwürfe der Wiener Werkstätte (meistens von Koloman Moser und Josef Hoffmann) sind bereits der Weiterentwicklung in die geometrischen Strukturen der Moderne verpflichtet.

Daher war es nur zu verständlich, dass sich die Kuratorin der Ausstellung, Patricia Spiegelfeld, auch um Josef Maria Auchentaller und seinem Schmuckproduzenten Georg Adam Scheid bemühte. Georg Adam Scheid und seine Schmuckfabrik sind neben der weltbekannten Wiener Werkstätte fast vergessen, obwohl Scheid eben mit Auchentaller einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dem Erfolg der neuen Wiener Interpretation des Jugednstil-Designs lieferte.

Scheid hatte bereits seit 1882 eine erfolgreiche Schmuckproduktion in Wien-Gumpendorf errichtet und war besonders im Export in die umliegenden Länder der Donaumonarchie führend. Heute werden seine Schmuckstücke hauptsächlich in den führenden Auktionshäusern in London versteigert, aber in Wien bleibt er bis dato ein Unbekannter,

Mit seinem Multimedia-Vortrag über das Wirken von Georg Adam Scheid will Andreas Maleta die Bedeutung diese Auchentaller- Schmuckproduzenten in ein neues Licht rücken.