Morgo

die Insel in der Lagune

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Katasterplan vom 28. Dezmber 1914,
diente wahrscheinlich als Eigentumsnachweis für Emma Auchentaller

Der Peterhof, um 1905
Der Peterhof, um 1905
Der Peterhof, 1937

Der «Peterhof»,
ab 1905 auf der Auchentaller Insel Morgo

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J.M. Auchentaller «Morgo», 1906

Eine «Casoni», typische Fischerhütte
Die Auchentallers auf Morgo, 1937
G.A.Scheid auf Morgo, 1908
Mit dem Motorboot sind es 30 Minuten durch die Lagune, aber es ist sehr seicht und nicht jedes Boot kann die Fahrt ungehindert überstehen. Auch die Kapitäne müssen wissen, was sie tun – das war auch schon zur Zeiten von Emma Auchentaller so.

Sie kaufte 1905 die rund 100 Hektar große Insel und betrieb Fischzucht und Landwirtschaft, wobei der Schwerpunkt auf die Versorgung des Fortino gerichtet war.
War das Haupthaus voll, gab es mehr als 80 Gäste zu versorgen. Mit den bald dazu gekommenen Dependancen verdoppelte sich die Anzahl. Seit der Jahrhundertwende um 1900 stiegen die Besucherzahlen in Grado so rasant an, dass eine reibungslose Versorgung von den anspruchsvollen Gästen aus der Stadt nicht gewährleistet war. Das hatte die unglaublich geschäftstüchtige Emma Auchentaller sehr früh durchschaut und sich als in Grado zugereiste Unternehmerin eine Insel zugelegt.

Der Erfolg war garantiert, das Fortino konnte mit eigener Frischmilch in der Früh und mit eigenem Frischgemüse zu den Hauptmahlzeiten aufwarten – also ein typisches Wellnesshotel, hundert Jahre bevor dieser Begriff in unserem täglichen Sprachgebrauch auftauchte.

Dann wurde noch der «Peterhof» gebaut, eine Art von kleinem Wohnhaus mit danebenliegendem Wirtschaftsgebäude, von J.M. Auchentaller selbst jugendstilhaft mit schachbrettartigem Sgraffiti Muster verziert. Morgo entwickelte sich zum Rückzugsgebiet für die Familie Auchentaller und ihre Verwandten wenn es wieder einmal in Grado und im Fortino hoch herging.

Der 70. Geburtstag von Emmas Vater, Georg Adam Scheid, zog sich im Sommer 1908 einen ganzen Monat hin. Diesem Umstand verdanken wir auch eine Reihe von einzigartigen Fotografien vom Leben auf der völlig flachen Sandinsel. Der einzige Nachteil, den alle Besucher immer wieder lachend beklagten, waren die vielen Stechmücken – das hat sich bis heute nicht geändert.

J.M. Auchentaller ließ sich natürlich von der Insel auch künstlerisch inspirieren. Von ihm sind eine ganze Reihe Arbeiten erhalten, meistens Landschaftsmalerei mit Schwerpunkt Wasser, Sand, Segelschiffe und Meer. Menschen kommen in diesen Kompositionen überhaupt nicht vor. Auchentaller arbeitete sehr früh an diesen Themen. Er kam 1903 das erste Mal nach Grado und sofort entstanden die ersten Lagunenbilder.

In den Fünfzigerjahren wurde die Insel vom Sohn Peter verkauft. Heute ist der Peterhof eine Ruine, nur die Fischzucht ist geblieben.